2008: Schrauber-Treff „Getriebe am UNIMOG“

19. Januar 2008 bei Franz Schroller unter fachkundiger Anleitung von Peter Stolz

Bericht zum Schraubertreffen im Januar 2008

Das große Unbekannte
( oder wie wir lernten, mit „Hirn“ zu schalten)

Mit einer uhrhaften Regelmäßigkeit trafen sich auch heuer ca. 30 interessierte Leute aus dem Dunstkreis der Oberbayerischen UNIMOG Freunde zum  Schraubertreff bei Franz Schroller in Rosenheim.
Diesjähriges Thema war das Getriebe im UNIMOG.
Als altbewährten Referenten  und „Alleswisser“ konnten wir auch heuer wieder Peter Stolz für uns gewinnen.
Zur Einführung wurden wir über die Geschichte der Unimog Getriebe informiert. Diese sind bis zum Baumuster 418 ausschließlich Viergang Getriebe und wurden immer als Weiterentwicklung hergestellt.
Hauptaugenmerk lag dabei auf den Getriebeausführungen im Baumuster 406
Dabei wurden die Teilnehmer  über das ominöse Sechsgang Getriebe aufgeklärt , das sich nur einer interessanten Mechanik bedient, um aus einem Viergang Getriebe mit einer Zweigang Gruppenschaltung  ein Sechsgang Getriebe zu machen. Diese Konstruktionsweise wurde nur zur einfacheren Gangwahl zwischen großer und kleiner Gruppe angewendet. Dabei wurde billigend in Kauf genommen dass man zwei Gänge der kleinen Gruppe nicht schalten konnte.
Anschließend wurden die Teilnehmer noch darauf hingewiesen dass ein hoher Prozentsatz der Getriebeschäden nicht durch fehlerhafte Technik verursacht werden, sondern durch mangelnde Wartung ( hier speziell Ölmangel ) und durch falsche Bedienung des Getriebes.
Jeder der Peter Stolz kennt, der weiß dass er sich dabei kein Blatt vor den Mund genommen hat und den Mann am Schalthebel als Hauptverursacher der Getriebeschäden identifiziert.

Als praktische Übung hatte der Referent ein Getriebe aus dem Baumuster 406 mitgebracht. Dabei handelte es sich um eine ältere Ausführung mit Dreipunktaufnahme in der Ausführung G.

Dieses Getriebe hatte schon mal eine Generalinstandsetzung bei Mercedes Benz erhalten was auch an dem Typenschild mit der Aufschrift Tauschaggregat zu sehen war.
Nach einer Funktionsprüfung am noch geschlossenen Getriebe ging es endlich ans Schrauben.
Als erstes Bauteil wurde das vorhandene Zapfwellengetriebe abgeschraubt, danach konnten sich die Teilnehmer ein erstes Bild  über den Zustand des Getriebes machen. Dabei konnten aber noch keine Schäden festgestellt werden.
Als zweites Bauteil wurde dann der Schaltdeckel mitsamt der Schaltplatte abgebaut und es wurde spannend.  Der Umlenkmechanismus der Sechsgang Schaltung wurde sichtbar und erste Blicke wurden auf Schaltmuffen und Zahnräder geworfen.
Nach dem weiteren Ausbau von Getriebewellen und  Schaltungsteilen wurden dann auch angehende Schäden in einem vermutlich intakten Getriebe offensichtlich. Die Schaltmuffe des zweiten Ganges und das dazugehörige Zahnrad hatten schon erheblichen Verschleiß und müssen bei der Wiederinstandsetzung  ausgetauscht werden.  Ebenso hatte auch eine Schaltgabel schon erheblichen Verschleiß.
Nach dem Zerlegen der Getriebewellen  wurden noch weitere Schäden, wie abgenutzte Synchronringe, sichtbar.
Im Großen und Ganzen war das Getriebe in einem guten Zustand was eine Instandsetzung und eine Wiederbenutzung rechtfertigt.
Es wurde noch mal darauf hingewiesen dass es sich durchaus lohnt schon bei den kleinsten Anzeichen eines Getriebeschadens fachlichen Rat einzuholen und wenn nötig eine Instandsetzung frühzeitig durchzuführen. Diese Vorgehensweise spart nicht nur bares Geld sondern führt auch zu mehr Freude am Fahrzeug.
Nach den Abschließenden Worten wurden von den Teilnehmern noch viele Fragen gestellt, einige hatten auch eigene Getriebe mitgebracht, die allesamt mit fachlicher Kompetenz beantwortet wurden.
Für das leibliche Wohl sorgte auch in diesem Jahr wieder unser Metzger, Georg Winterholler, dem wir ein herzliches Dankeschön sagen.
Der größte Dank gilt aber unserem Referenten Peter Stolz, der uns mit seiner fachlichen Kompetenz  und seiner bayerisch direkten Art beglückte und seinem Bruder Paul Stolz, der das Anschauungsobjekt zur Verfügung stellte.
Wir bedanken uns auch bei den Teilnehmern die ein eigenes Getriebe mitgebracht und als Anschauungsobjekt zur Verfügung stellten.
Nach einem geselligen Beisammensein am späten Nachmittag endete die Veranstaltung, und wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal.

Rosenheim im Januar 2008
Franz Schroller